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Regulierung

Brasilien schreibt Gesichtsbiometrie für SIM-Registrierung vor, Einführung ab 2027

Die Behörde Anatel verlangt in ihrem technischen Standard GT-SEG.2026.11 eine Gesichtsprüfung mit Presentation Attack Detection Level 2 für die Registrierung von Mobilfunkanschlüssen, gestaffelt ab September 2027.

Brasiliens Telekommunikationsbehörde Anatel hat einen technischen Standard veröffentlicht, nach dem die Identitätsprüfung per Gesichtsbiometrie für die Registrierung eines Mobilfunkanschlusses verpflichtend wird. Die Regeln wurden am 30. Oktober 2026 gemeldet.

Was der Standard verlangt

  • Die Prüfung erfolgt entweder über eine staatliche biometrische Datenbank oder über einen privaten Authentifizierungsanbieter.
  • Die Presentation Attack Detection (PAD) muss ISO/IEC 30107-3 folgen und „Level 2 oder höher“ erreichen.
  • Betreiber ergänzen Prüfungen der Dokumentenechtheit sowie Werkzeuge gegen digitale Manipulation. Anatel rechnet mit Fälschungen durch Fotos, Videos, Masken, Deepfakes und synthetische Daten.
  • Alle Prüfverfahren müssen dokumentiert und nachprüfbar sein.

Zeitplan

  • Neue Prepaid-Aktivierungen: bis Ende September 2027.
  • Postpaid-Aktivierungen und Vertragsänderungen: bis Ende 2027.
  • Kundinnen und Kunden ohne biometrische Prüfung: Hinweis auf eine drohende Sperre bis 1. November 2028, 120-tägige Sperren ab Januar 2029.

Anatel nennt mehr als 280 Millionen aktive Mobilfunkanschlüsse in Brasilien. Betreiber müssen außerdem alternative Verfahren anbieten, die dem Datenschutzgesetz LGPD entsprechen.

Warum das wichtig ist

Regeln, die Telefonnummern an geprüfte Identitäten binden, werden in mehreren Märkten verschärft, unter anderem auf den Philippinen, in Südafrika und in Indien. Dienste, die mit physischen SIM-Karten oder Mobilfunknummern arbeiten, hängen davon ab, wie diese Prüfungen bei neuen und bestehenden Anschlüssen angewendet werden.

Quelle: Biometric Update, 30. Oktober 2026

Quellen